Homöopathie als Alternative zur Schulmedizin

Bei Kopfschmerzen oder einer Erkältung kann leicht auf Medikamente zugegriffen werden, um die Symptome rasch zu lindern. Doch nicht jeder möchte gleich eine Tablette einer chemischen Substanz zu sich nehmen, die Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Eine oft bevorzugte, sanftere Therapieform ist die Homöopathie. Homöopathische Wirkstoffe bestehen aus natürlichen Produkten, wie Pflanzen, Mineralien, Tieren und Tierprodukten. Ihr Ursprung geht auf das Ende des 18. Jahrhunderts zurück und entwickelt sich bis heute weiter. Neben der klassischen Homöopathie sind die Schüßler-Salz-Therapie und Bachblüten-Therapie beliebte Variationen. Sie können beispielsweise in der Millrather Apotheke erworben werden.

Der deutsche Arzt und Apotheker Samuel Hahnemann veröffentlichte die alternative Therapie 1796, nachdem er sie sechs Jahre lang an sich und seiner Familie testete. Bereits in den 1830er Jahren waren seine homöopathischen Methoden weltweit verbreitet. Dennoch blieben sie in der wissenschaftlichen Medizin bedeutungslos. Hahnemanns Theorie beruht auf der Basis „Ähnliches mit Ähnlichem" zu heilen. Der jeweilige Wirkstoff soll ähnliche Beschwerden hervorrufen und so zur Heilung dienen.

Die Wirkstoffe finden sich in verschiedenen Arzneimittelformen wieder. Die gängigste und bekannteste Form sind die sogenannten Globuli. Die Kügelchen sind weiß und sehr klein, je nach Dosierung beträgt ihr Durchmesser zwischen 1 und 2,5 Millimeter. Globuli sind unter die Zunge zu legen und werden direkt von der Mundschleimhaut in den Körper aufgenommen. Andere Formen homöopathischer Mittel sind Tropfen, Tabletten oder Salben.

Die Wirkstoffe in der Homöopathie sind verdünnt. Die Wirkstoffmenge wird als Potenz und nicht, wie bei anderen Medikamenten, in Konzentration angegeben. Als Verdünnungsmittel kommen Ethanol, destilliertes Wasser, Glycerin oder Milchzucker zum Einsatz. Wie stark ein Medikament verdünnt ist, lässt sich an der Potenz erkennen. Der Buchstabe „D" bedeutet, dass es zehnfach verdünnt wurde, während der Buchstabe „C" ein Verhältnis von Wirkstoff zu Lösungsmittel 1:100 bedeutet. Ein Medikament mit der Potenz C20 wurde zehn Mal 20-fach verdünnt.  

In der homöopathischen Lehre gilt, je mehr ein Wirkstoff verdünnt ist, desto tiefer und ergiebiger sei die Heilungsreaktion. Dies mag zunächst abstrakt erscheinen, da somit die Wirkstoffmenge geringer ist als in einer weniger verdünnten Variante. Wissenschaftlich ist die Homöopathie umstritten, da die Wirkungsweise und der Therapieerfolge bislang nicht belegt werden konnten. Trotzdem übernehmen immer mehr Krankenkassen auch homöopathische Therapieansätze.  

Homöopathie findet bei akuten Beschwerden bis hin zu chronischen Erkrankungen Anwendung. Eine komplette Anamnese und Untersuchung eines ausgebildeten Heilpraktikers nimmt ein bis zwei Stunden in Anspruch, da die alternative Heilmethode das Gesamtbild seines Patienten betrachtet. Aber auch für den Hausgebrauch kann bei kleineren Beschwerden, wie einer Erkältung oder Zahnungsbeschwerden bei Säuglingen, mit homöopathischen Mitteln eingriffen werden. Für das notwendige Basiswissen bieten Naturheilakademien oder Volkshochschulen Kurse an.


Teilen